Kammermusik war ursprünglich Hausmusik des Adels und Bürgertums, gespielt in den Räumen, für die sie geschrieben wurde — und genau dort findet man sie heute wieder: in Schlosssälen, Herrenhäusern, Museumsräumen und kleinen Konzertsälen. Der Bestand zeigt das an den Spielorten, die für diese Sparte typisch sind: Rittersäle, Spiegelsäle, Refektorien, Bibliothekssäle.
Die klassische Besetzung ist das Streichquartett — zwei Violinen, Viola, Violoncello —, daneben stehen Klaviertrio, Klavierquintett, Bläserensembles und Duos. Weil niemand dirigiert, verständigen sich die Musiker über Blicke und Atem; wer nah genug sitzt, sieht das und versteht schnell, warum diese Musik als die intimste der Klassik gilt.
Ein Kammermusikabend dauert mit Pause knapp zwei Stunden und umfasst meist drei Werke. Anders als im großen Konzertsaal ist die Akustik hier fast immer natürlich — keine Verstärkung, keine Elektronik. Das macht die Sparte empfindlich für Störgeräusche und lohnend für alle, die Musik ohne technische Zwischenschicht hören wollen.